Video folgt. Was während und nach einem Krampfanfall zu tun ist – mit Stoppuhr am Handy.
Während des Anfalls
Ein Anfall sieht dramatisch aus, hört aber meist nach ein bis zwei Minuten von selbst auf. Ihre Aufgabe: die Person vor Verletzungen schützen.
- 1Schützen Harte und spitze Gegenstände weg, Kopf mit Jacke oder Kissen polstern, Brille ab.
- 2Nicht festhalten Zuckende Arme und Beine nicht festhalten – das verletzt.
- 3Nichts in den Mund Keinen Beißkeil, keine Finger.
- 4Zeit stoppen Auf die Uhr schauen.
- 5Eigenes Notfallmedikament Bei bekannter Epilepsie mit schriftlichem Notfallplan: nach diesem Plan helfen.
Nach dem Anfall
- 1Atmung prüfen Atmet normal: Seitenlage. Atmet nicht normal: 144 und Herzdruckmassage – ein Anfall kann auch der Beginn eines Herzstillstands sein.
- 2Dabeibleiben Oft verwirrt oder schläfrig. Ruhig sprechen, erklären, was passiert ist.
- 3Verletzungen suchen, Privatsphäre schützen Zudecken, Schaulustige wegschicken.
Beim ersten Anfall, wenn er länger als 5 Minuten dauert, bei mehreren Anfällen hintereinander, wenn die Person nicht aufwacht oder nicht normal atmet, bei Verletzungen, im Wasser, in der Schwangerschaft oder bei Diabetes. Im Zweifel immer 144.
So sieht es aus

- Schützen: Gegenstände weg, Kopf polstern
- Nicht festhalten, nichts in den Mund
- Zeit stoppen
- Danach: Atmung prüfen, stabile Seitenlage, dabeibleiben
- 144: erster Anfall, über 5 Minuten, Verletzung, keine normale Atmung
Muss ich nicht verhindern, dass sich die Person auf die Zunge beißt?
Nein. Ein Zungenbiss passiert meist gleich zu Beginn und heilt gut. Wer während des Anfalls etwas in den Mund schiebt, riskiert abgebrochene Zähne, Verletzungen am Kiefer und gebissene Finger – und Erstickungsgefahr. Schützen Sie den Kopf, räumen Sie Gefahren weg, und warten Sie.

Lesen ist der erste Schritt. Die Handgriffe sitzen aber erst, wenn Sie sie einmal geübt haben – am besten im Kurs.